MediNight: Einblick in den syromalabarischen Ritus

28.10.2019 |

Weltkirche ist vielfältig und bunt – auch in ihren Rite. Das durften die Seminaristen und Studenten in der vergangenen Woche bei der ersten MediNight in diesem Semester erfahren.

Das Organisationsteam der MediNight (Subregens Thomas Stahlberger und die Studenten Christan Sarcher und Lukas Rieger) hatten sich in diesem Jahr für den Themenschwerpunkt „Riten“ entschieden und luden deshalb Pater Thomaskutty Chempilayil ins CB ein. Er arbeitet als Kaplan in der Seelsorgeeinheit Bade-Baden und stammt aus Südindien (Kerala). Damit ist Thomaskutty Chempilayil Experte für den Messritus der Syro-malabarisch-katholischen Kirche, die im Bundesstaat Kerala fünf Erzdiözesen und zehn Diözesen hat. Hinzu kommen weitere 13 Diözesen außerhalb Keralas. Das Oberhaupt der mit Rom unierten Kirche ist Großerzbischof George Alanchery.
 
Der syromalabarische Ritus gehört der chaldäischen Ritusfamilie an. In ihm haben sich besonders reiche Gesten und Bräuchen bewahrt. Das wurde auch den die „Heilige Qurbana“ (übers.: ‚Opfergabe‘; so lautet die richtige Bezeichnung für die syromalabarische Eucharistiefeier) mitfeiernden Studenten in der Seminarkirche klar.
 
Eröffnungsriten und Wortgottesdienst finden an einem Voraltar (nicht am eigentlichen Opferaltar) statt. Dadurch soll der kommunikative Charakter des Gottesdienstes unterstrichen werden. Der Wortgottesdienst beginnt mit einem Lied, während dem ein Ministrant den Altar – hier symbolisch für den Thron Gottes – inzensiert und der Priester sich vor dem Altar verbeugt.
Danach wird die erste Lesung verkündet, gefolgt vom Evangelium. Nach den Fürbitten endet der Wortgottesdienst und es folgt die Gabenbereitung. Dazu betritt der Priester den Altarraum und richtet den Altar zu. Anschließend kehrt er zurück zum Voraltar und erbittet die „Erlaubnis“ und Zustimmung des Volkes. Der Priester feiert nicht für sich, sondern für das ganze Volk die Eucharistie.
Danach tritt er drei Stufen (sie symbolisieren den Berg Golgotha) zum Altar empor. Dabei spricht er leise Priestergebete. Er beginnt das Hochgebet, wobei stark der Mysteriencharakter des Geschehens unterstrichen wird (z.B. symbolisiert das Corporale das Grabtuch Jesu). Nach dem Einsetzungsbericht beginnt die Epiklese, in der der Heilige Geist herabgerufen wird, der die Gaben wandelt. Die Feier endet mit dem Schlussgebet, in dem der Priester seinen Wunsch äußert, an den Altar zurückzukehren, den er zum Abschluss als Zeichen der Verehrung küsst.
 
Die ursprüngliche und eigentliche Liturgiesprache in diesem Ritus ist die Ostsyrische (ein aramäischer Dialekt). Erst nach dem zweiten Vatikanischen Konzil wurde im Zuge der Liturgiereform die Landessprache (Malayalam) eingeführt. Der syromalabarische Ritus lebt von zahlreichen musikalischen Elementen, die im Wechsel zwischen Priester und Gemeinde gesungen werden.
Unterstütz wurde Pater Thomaskutty von Pater Clint (CMI), der konzelebrierte. Seminarist Mathews Pouthur ministrierte gemeinsam mit Christa Thomas. Für die musikalische Umrahmung sorgte Pater Yesudas (MCBS) gemeinsam mit FCC Schwestern aus dem Freiburger Katharinenstift sowie der Freiburger Student Shaun Anto.