Studienphase

 
Während ihrer Zeit im Seminar studieren die Priesteramtskandidaten mit den anderen Theologiestudenten an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Das Studium ist ein zentraler Teil der Ausbildung, in dem die theologisch-philosophischen Grundlagen für den priesterlichen Dienst gelegt werden.
 

„Zum Bereitwerden für das Priestertum, zum Weg dahin gehört vor allem auch das Studieren. Das ist nicht eine akademische Zufälligkeit, die sich in der westlichen Kirche ausgebildet hat, sondern wesentlich. […] Der Glaube ist nicht eine Gefühlsnebenwelt, die wir dann uns auch noch leisten, sondern er ist das, was das Ganze umgreift und ihm Sinn gibt und es deutet und ihm auch die innere ethische Weisung gibt: dass es auf Gott hin und von Gott her verstanden und gelebt sei. Deswegen ist es wichtig, Bescheid zu wissen, zu verstehen, die Vernunft geöffnet zu haben, zu lernen. […] Studieren ist wesentlich: Nur so können wir dieser Zeit standhalten und in ihr den Logos unseres Glaubens verkünden. Auch kritisch studieren – eben in dem Wissen: Morgen wird ein anderer anderes sagen – aber wach und offen und demütig Lernende sein, um immer mit dem Herrn, vor dem Herrn und für ihn Lernende zu bleiben.“

(Benedikt XVI. am 24.11.2011 im Collegium Borromaeum)
 
Die ersten beiden Semester bieten als sogenannter "Orientierungsbereich" Einführungen in die Theologie aus biblischer und historischer Sicht und sind verbunden mit Einführungen in die Theologie als Wissenschaft als solche. Hinzu kommen philosophische Grundlagen und Einführungen in die systematische und praktische Theologie. Einen Schwerpunkt bildet das Studium der biblischen Sprachen Hebräisch und Griechisch und - falls noch nicht vorhanden - von Latein. Der nächste Studienabschnitt ("Vertiefungsbereich") setzt sich mit Fragen nach der christlichen Gotteslehre und Anthropologie auseinander und deren Ausgestaltung im Leben der Kirche durch die Jahrhunderte hindurch und im Leben des Einzelnen. Zudem wird auch das Verhältnis zu anderen Religionen beleuchtet. Zu diesem Studienabschnitt gehört auch ein Praxissemester in der Gemeinde und das dritte Studienjahr verbringen die Studenten an einer anderen deutschen oder ausländischen Diözese. 
Im abschließenden Studienabschnitt ("Spezialisierungsbereich") werden die Einführungen aus dem ersten Abschnitt exemplarisch vertieft und eine erfolgreich verteidigte Abschlussarbeit führt dann zum bestandenen Abschluss "Kirchliches Examen." 
 
 
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