Pastoralkurs
Ein Priester steht in sehr komplexen pastoralen Strukturen. Ein möglichst breites Erfahrungswissen aus der Zeit vor ihrer Priesterweihe ist eine wesentliche Grundlage, um die neuen Aufgaben bewältigen zu können. Der zweijährige Pastoralkurs trägt diesem Aspekt besonders Rechnung.
Voraussetzung für die Aufnahme in die Pastoralausbildung nach dem Studium ist die Entscheidung sowohl des Seminaristen als auch der Verantwortlichen des Priesterseminars, dass der unmittelbare Vorbereitungsweg zur Priesterweihe jetzt eingeschlagen werden kann. Der Pastoralkurs beginnt mit einem achtwöchigen "Einführungskurs". Die pastorale Gesprächsführung, ein Kurs in Trauerpastoral, die Vertiefung der Praxis des Predigens und die Einführung in grundlegende konzeptionelle Überlegungen der Pastoral unserer Diözese sind einige der Schwerpunkte in dieser Phase. Daran schließt sich das "Pastoralpraktikum" von Mitte Oktober bis zum dritten Sonntag der Osterzeit an. Es umfasst den Einsatz in einer Seelsorgeeinheit und in einer oder mehreren Schulen. "Zielvereinbarungen" sollen sicherstellen, dass neben allgemein verbindlichen Praxisfeldern auch individuelle Charismen und noch anstehende Wachstumsfelder des Kandidaten gefördert werden. Nach dem "Weißen Sonntag" in den Praktikumsgemeinden erfolgt eine weitere Ausbildungsphase im Priesterseminar. Hier stehen pastoralpraktische und liturgisch-praktische Elemente im Mittelpunkt. Die Diakonenweihe wird in einer der Heimat- oder Praktikumsgemeinden eines Kandidaten gespendet.
„Diese Etappe hat ein zweifaches Ziel: Einerseits geht es um die Einführung in das pastorale Leben durch eine schrittweise Übernahme von Verantwortung im Geist des Dienens; andererseits um eine passende Vorbereitung im Rahmen einer spezifischen Begleitung auf die Priesterweihe.“
(Kongregation für den Klerus: Das Geschenk der Berufung zum Priestertum. Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis, Nr. 74)
Neben dem Erfahrungswissen ist ein weiteres Ziel der Pastoralausbildung die Vertiefung einer eigenen Spiritualität und die Ausprägung einer priesterlichen Identität. Gerade ein Miteinander der verschiedenen pastoralen Dienste erfordert ein gutes und reflektiertes Wissen und Überzeugtsein vom Profil des priesterlichen Amtes. Weiterhin wird die Fähigkeit zur Kooperation gefördert. Dies geschieht im Erleben von Seelsorgeteams "vor Ort" und in kooperativen Veranstaltungen in der Berufseinführungsphase. So genannte "Weggemeinschaftsgruppen" der Praktikanten und Diakone sollen die mitbrüderliche Communio konkret erlebbar machen. Daraus ist schon manche Vikarsgruppe oder Vita Communis hervorgegangen.
Die fünfjährige Berufseinführung der Vikare wird vom Institut für Pastorale Bildung verantwortet.






