Propädeutikum
Im Propädeutikum geschieht eine Einführung in das geistliche Leben und die Liturgie der Kirche. Gleichzeitig wird durch das Sozialpraktikum der untrennbare Zusammenhang von Gottesdienst und Dienst an den Menschen deutlich. Ein Lesekreis führt in grundlegende Bereiche der Theologie ein und damit zum Studium an der Theologischen Fakultät hin. Darüber hinaus werden erste kirchenmusikalische Kenntnisse vermittelt.
Die vierwöchige Bibelschule macht mit den Quellen des Glaubens vertraut und ermöglicht es, die Heilige Schrift in Gänze zu lesen und zu betrachten. Das Propädeutikum beginnt jeweils im Oktober eines jeden Jahres. Verantwortet von der Erzdiözese Freiburg nehmen daran aber auch Studenten aus den Bistümern Mainz und Basel teil.
Ausbildungselemente im Propädeutikum
- Einführung in das geistliche Leben und die Liturgie
- Sozialpraktikum in einer sozial-caritativen Einrichtung
- Kennenlernen unterschiedlicher Spiritualitätsformen
- Einführung in persönliches Gebet und Schriftlesung
- Theologische Lesekreise
- Einführung in Liturgie, Diözesankirchengeschichte und Kirchenmusik
- Stimmbildung und Sprecherziehung
- Vierwöchige Bibelschule
"Ziel der propädeutischen Phase ist es, Männern, die sich für den Beruf des Weltpriesters entschieden haben, in einer Zeit der Vorbereitung ein umfassenderes Verständnis der Identität des Priestertums zu vermitteln, eine Glaubensvertiefung und Einführung in das geistliche Leben zu ermöglichen, Einübung in die vita communis und praktische Erprobung, Reflexion der eigenen Biografie und Vertiefung der Motivation."
(Pastores dabo vobis, Nr. 62)
Vier Dimensionen bestimmen die Priesterausbildung und werden im Propädeutikum grundgelegt:
1. Menschliche Dimension
Die menschliche Bildung ist das Fundament der ganzen Priesterausbildung. Sie fördert das umfassende Wachstum der Person und ermöglicht, auf dieser Basis alle Dimensionen zu formen. Physisch geht es Aspekte wie Gesundheit, Ernährung, um Bewegung und Ruhe. Psychisch geht es um die Bildung einer stabilen Persönlichkeit, die von affektiver Ausgeglichenheit, von Selbstbeherrschung und von einer gut integrierten Sexualität geprägt ist.
2. Geistliche Dimension
Das Zentrum der geistlichen Bildung ist die persönliche Einheit mit Christus, die insbesondere im stillen und anhaltenden Gebet entsteht und genährt wird. […] Während der Ausbildung bietet das liturgische Jahr die pädagogische Einführung in die Mysterien der Kirche.
3. Intellektuelle Dimension
Die intellektuelle Bildung hat das Ziel, den Seminaristen eine solide Kompetenz im Bereich der Philosophie und der Theologie und auch eine Allgemeinbildung zu vermitteln.
4. Pastorale Dimension
"Im Rahmen der propädeutischen Phase sind einzelne soziale und pastorale Einsätze der Kandidaten zur verstärkten Wahrnehmung der realen Lebenssituation der Kirche möglich."





