Et expecto ressurectionem mortuorum - Gedenkgottesdienst für Peter Walter

05.11.2019 |

Eine Schola aus dem CB unter der Leitung von Kirchenmusikdozent Eduard Wagner gestaltete am Dienstag, den 5. November 2019  den Gedenkgottesdienst für den im August verstorbenen emeritierten Dogmatikprofessor Peter Walter in der Freiburger Universitätskirche mit dem Gesang der Missa mundi und des Credo mit.

Zu der hl. Messe, welcher der Präfekt der Universitätskirche, Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff vorstand, waren viele Weggefährten des Verstorbenen gekommen, den einige Scholamitglieder am Anfang ihrer Studienzeit noch hören durften.
Prof. Dr. Karl-Heinz Braun würdigte in seiner Predigt den verstorbenen Dogmatiker als großen Humanisten, der mit viel Selbstdisziplin schon in seiner Studienzeit – auch unter der geistlichen Führung der Jesuiten im Collegium Germanicum et Hungaricum in Rom – zu großer Bildung in vielen Bereichen innerhalb und außerhalb der Theologie gelangte. Braun verschwieg ebensowenig die priesterliche Existenz Peter Walters, die authentisch zu seiner Person dazugehört habe. So sei neben seiner breiten wissenschaftlichen Tätigkeit auch die Seelsorge immer wichtiger Bestandteil seines Lebens gewesen. Für Peter Walter habe es bspw. wie selbstverständlich dazugehört Kinder auf die Erstkommunion vorzubereiten.
Wie groß das Ansehen Peter Walters auch außerhalb der theologischen Wissenschaft war, wurde im Grußwort von Universitätsrektor Hans-Jochen Schiewer am Ende der hl. Messe deutlich.
Peter Walter wurde 1950 in Bingen geboren. Von 1968 bis 1976 studierte er Philosophie und Katholische Theologie in Mainz und Rom. 1975 wurde er zum Priester geweiht und 1980 in Rom promoviert. Anschließend war er in der Seelsorge des Bistums Mainz tätig, unter anderem als Kaplan in Seligenstadt und als erster Sekretär des damals neu ins Amt gekommenen Mainzer Bischofs Karl Lehmann. Von 1984 bis 1990 arbeitete Walter als wissenschaftlicher Assistent an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Tübingen, wo er sich 1989 mit einer Arbeit über die Schriftauslegung des Erasmus von Rotterdam habilitierte.
Von 1990 bis zu seiner Pensionierung im Oktober 2015 war Walter Professor für Dogmatik an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg und Direktor der Arbeitsbereiche Dogmatik und Quellenkunde der Theologie des Mittelalters. Seine Forschungsschwerpunkte waren die theologische Hermeneutik und die Theologiegeschichte des Mittelalters und der Neuzeit. 1993/1994 war Walter Dekan der Theologischen Fakultät in Freiburg und von 2006 bis 2012 Präfekt der dortigen Universitätskirche. Seit 2001 diente er zudem als Berater der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz, von 2004 bis 2017 engagierte er sich als Präsident der Gesellschaft für mittelrheinische Kirchengeschichte.
Möge er nun schauen dürfen, was er geglaubt und verkündet hat!