Patrozinium festlich begangen
10.11.2019 |
Mit feierlicher Vesper, Festvortrag und Pontifikalamt begingen wir das Patroziniumswochenende – und erhielten einen Blick auf ganz unterschiedliche Heilige und Persönlichkeiten in der Kirche. Für die Familien der neuen Propädeutiker war es eine gute Gelegenheit, das Seminar besser kennenzulernen. Zudem hatten Interessenten am Priesterberuf die Möglichkeit, beim Infowochenende der Diözesanstelle Berufe der Kirche einen Einblick in die Ausbildung zu erhalten und die freundschaftliche Verbundenheit mit dem Grand Seminaire in Straßburg wurde durch den Besuch des dortigen Spirituals zusammen mit drei Seminaristen unterstrichen.
Die Fahnen waren bereits gehisst und das Relief des Hauspatrons besonders festlich geschmückt, als am Samstag mit der ersten Vesper offiziell das Patroziniumswochenende begann. Spiritual Andreas Brüstle stand der Stundenliturgie vor, die von einer sechsköpfigen Schola mitgestaltet wurde. Danach ermöglichte uns der Regens des Mainzer Priesterseminars, Dr. Tonke Dennebaum, einen Blickwechsel vom Heiligen Karl Borromäus weg hin zu einer Heiligen des 20. Jh., Edith Stein. Dennebaum ging in seinem knapp einstündigen Vortrag mit dem Titel "An der Hand Gottes. Gebet und Berufung bei Edith Stein" auf wesentliche Elemente ihres Grundverständnisses der Nachfolge Jesu ein. Er stellte dabei heraus, wie die Heilige in beeindruckend präziser Weise ihr Leben Gott anheim suchte, und welche tiefen Einsichten in das geistliche Leben sie dadurch gewann. Kindlicher Glaube und geistiges Ringen widersprechen sich ihrem Verständnis nach nicht. Diese Lebensaussage Edith Steins lud die Zuhörenden auch ein, ihren eigenen Weg dahingehend einmal zu betrachten.
Der Sonntag begann mit den Laudes in der Seminarkirche und dem WG-Frühstück, bei dem die Teilnehmer des Infowochenendes auch die Möglichkeit hatten, die Seminaristen kennenzulernen und von ihnen mehr über die Priesterausbildung zu erfahren.
Im Pontifikalamt, dem Regens Weihbischof Dr. Christian Würtz vorstand, legte Tonke Dennebaum das Evangelium vom guten Hirten (Joh 10) aus und ging auch auf die paulinische Ekklesiologie (vom einen Leib und den vielen Glieder; Röm 12, 5-16) ein, die in der zweiten Lesung durchschien. Zudem nahm er Bezug auf das Tagesgebet vom hl. Karl Borromäus („Gib ihr [der Kirche] die Bereitschaft, sich ständig zu erneuern.“) Die Bereitschaft zur Erneuerung bestünde auch darin, sich in gegenseitiger Achtung zu übertreffen, da jeder seine ureigene Berufung und die dazu nötigen Gnadengaben Gottes in sich trage. Dennebaum erinnerte auch an den verstorbenen Kardinal Karl Lehmann, der Alumne des CBs war und der seinen Namenspatron Karl Borromäus stets als großes Vorbild ansah. Lehmann, dessen persönlicher Sekretär Dennebaum von 2009-2011 war, habe stets versucht, aus dem „Geist, von dem der heilige Karl Borromäus geprägt war“ (MB S. 830) zu leben und zu wirken.
Nach dem festlichen Mittagessen, zu dem von Seiten der theologischen Fakultät Professor Dr. Dr. Markus Enders (Ordinarius für christliche Religionsphilosophie) sowie der emeritierte Caritaswissenschaftler Heinrich Pompey gekommen waren, konnten sich die „neuen“ Propädeutiker mit ihren Eltern und Geschwistern bei ihren „Vorgängern“ über die Bibelschule informieren.




















