Gute Hirten werden auch heute gebraucht – Exhorte zum Semesterschluss
14.02.2020 |
Einen Tag früher als üblich schlossen wir in diesem Jahr das Wintersemester mit Messfeier, Semesterplanender Hausforum und Schlussexhorte ab, bei der Regens Christian Würtz den Seminaristen das Bild des guten Hirten ans Herz legte.
Weihbischof Christian Würtz blickte in seiner Exhorte auf sein erstes Semester als Regens im CB zurück. „Ich kann sagen, dass ich diese Aufgabe gerne ausübe und dass es eine sehr schöne Aufgabe ist“, so Würtz. Er bedankte sich zudem besonders bei Subregens Thomas Stahlberger, der ihm den Übergang in den Dienst des Regens sehr erleichtert habe und ihn auch jetzt tatkräftig unterstütze. Ein Dank ging auch an Rektor Harald Bethäuser und Spiritual Andreas Brüstle. Würtz dankte zudem den Seminaristen für die Zusammenarbeit und den „Vertrauensvorschuss“.
Anschließend ging er auf das Priesterbild des guten Hirten ein und zeigte – ausgehend von alttestamentlichen Perikopen und dem „Ich-bin-Wort“ Jesu (Joh 10, 11-15) – auf warum es nach wie vor hochaktuell ist. Würtz nannte drei zentrale Punkte, die sich aus den Worten Jesu für den Priester in unserer Zeit ergeben::
1. Der Priester muss den Stallgeruch der Schafe annehmen (14 Ich bin der gute Hirt; ich kenne die Meinen und die Meinen kennen mich): Als junger Pfarrer habe er sich oft gefragt, ob er wirklich alle Menschen seiner Gemeinde kennen müsse. Neben persönlichem Kontakt, der zentral ist („Beziehung geht vor Verkündigung“), sei mit diesem Satz vor allem gemeint „Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute, besonders der Armen und Bedrängten aller Art“ (GS 1) zu kennen.
2. Der Priester muss opferbereit sein (11 Ich bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für die Schafe. 12 Der bezahlte Knecht aber, der nicht Hirt ist und dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen, lässt die Schafe im Stich und flieht; und der Wolf reißt sie und zerstreut sie. Er flieht, 13 weil er nur ein bezahlter Knecht ist und ihm an den Schafen nichts liegt.): Priesterliches Amt ist „Dem Wesen, nicht bloß dem Grade nach“ (LG 10) vom allgemeinen Priestertum zu unterscheiden. Deshalb ist der Priester – im Bild des Hirten – immer Gegenüber zu den Schafen. Daraus erwächst jedoch ein besonders hohes Maß an Verantwortung, ausgedrückt und gipfelnd in der Lebenshingabe.
3. Der Priester muss zu den Menschen gehen (Mt 18, 12-14: Was meint ihr? Wenn jemand hundert Schafe hat und eines von ihnen sich verirrt, lässt er dann nicht die neunundneunzig auf den Bergen zurück, geht hin und sucht das verirrte? 13 Und wenn er es findet - Amen, ich sage euch: Er freut sich über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht verirrt haben. 14 So will auch euer himmlischer Vater nicht, dass einer von diesen Kleinen verloren geht.): Regens Würtz rief dazu auf, im Alltag der Menschen präsent zu sein, mit ihnen zu leben und auch neue Wege der Verkündigung wie soziale Medien aktiv zu nutzen.
Nach der Schlussexhorte feierten wir gemeinsam die hl. Messe in der Kirche. Im Anschluss an das Abendessen fand das SPH (Semesterplanendes Hausforum) statt, bei dem alles Wichtige für das kommende Semester beschlossen und Beratungen und Beschlüsse zu Neuerungen im Seminar getroffen wurden.





