Einblick in die klinische Seelsorgeausbildung

29.03.2020 |

Angefangen hatte es ganz normal: Am Nachmittag des Aschermittwochs trafen sich der Diakonats- und der Presbyteratskurs in Heidelberg im Institut für Klinische Seelsorgeausbildung, um dort einen dreieinhalbwöchigen Kurs in Klinikseelsorgeausbildung zu beginnen. Dabei waren ebenfalls Rektor Bethäuser und der Leiter des Kurses, Klinikpfarrer Harald Stiller sowie zwei Seelsorgende aus dem Josefskrankenhaus und dem Geriatrischen Krankenhaus Bethanien, wo die Kursteilnehmer im Laufe der Zeit Seelsorgegespräche führen sollten.

Schon bald haben die Kursteilnehmer die beiden Krankenhäuser besucht und erste Seelsorgegespräche geführt. Diese fanden in der Regel nachmittags statt. Vormittags hingegen erhielten die Kursteilnehmer wertvollen Input von Harald Stiller und seinem Team in der Klinikseelsorgeausbildung: So haben die Kursteilnehmer zum Beispiel Protokolle von einzelnen Seelsorgegesprächen geschrieben, die dann in der Gruppe besprochen wurden. Auch Themen wie Trauerpastoral, Rituale am Lebensübergang (Krankenkommunion, Krankensalbung, Sterbesegen etc.), Altenseelsorge und Umgang mit Demenz wurden behandelt.

Die Situation, in der dieser Kurs stattfand, war allerdings ungewöhnlich: Schon in der dritten Woche wurde die Ausbreitung des Coronavirus im Laufe der Zeit ein immer dominanteres Thema für die Gesellschaft und die Medien. Die erste Konsequenz mussten die Kursteilnehmer am Ende dieser Woche erleben: Sie durften als Sicherheitsmaßnahme wie viele andere Gäste das Bethanien-Krankenhaus nicht mehr betreten. Eine zweite Meldung erfolgte dann am Montag der letzten Kurswoche: Da in der Gesellschaft immer strengere Maßnahmen wegen Corona beschlossen wurden, wurde die Klinikseelsorgeausbildung leider abgebrochen – auch, weil man mittlerweile das Josefskrankenhaus nicht mehr so einfach betreten darf.

Auch wenn der Kurs der Klinikseelsorgeausbildung so unvorhergesehen beendet werden musste, konnten wir viel für uns und unseren späteren Dienst als Diakon und Priester mitnehmen. Wir haben bei den Gesprächen mit den Kranken wie Petrus am Tabor die Erfahrung gemacht: „Herr, es ist gut, dass wir hier sind.“ (Mt 17,4) Wir haben die Gespräche mit den Kranken als sehr erfüllend und sinnvoll erlebt. Diese Erfahrung kann uns keiner nehmen – auch kein Coronavirus.
Ein herzliches Dankeschön möchten wir deshalb auch an Harald Stiller und das Team des Instituts für Klinikseelsorgeausbildung in Heidelberg richten: Vergelt’s Gott

Tobias Herzog, 17.03.2020