Trauer um Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff

19.07.2020 |

Wir trauern um Prof. Dr. Eberhard Schockenhoff. Im Alter von 67 Jahren verstarb er am Samstag an den Folgen eines Unfalls. Wir sind dankbar für alles, was er auch im Dienst der Priesterausbildung getan hat.

Professor Eberhard Schockenhoff, der seit 1994 Generationen von Freiburger Theologen durch seine Lehre geprägt hat und vielen angehenden Priestern in fundierter und sensibler Weise die Moraltheologie nahegebrachte, bleibt auch als Prediger und Priester z.B. an der Universitätskirche, vor allem aber auch in der Pfarrei Sölden und der Seelsorgeeinheit Seelsorgeeinheit Batzenberg-Obere Möhlin, in der er während seiner Zeit als Universitätsprofessor wohnte und priesterlich wirkte, unvergessen.  Schockenhoff war auch über die universitäre Ausbildung hinaus ein gefragter Gesprächspartner in der weiteren Priesterausbildung im Blick auf das Pfarrexamen und diözesanweit auch bei verschiedenen Dekanatskonferenzen. Die Vielfalt der Themen seiner Publikationen und die differenzierte Darstellung sprechen für sein breites Interesse und seine Freude am theologischen Wirken. Seine unbestrittene Expertise, die er auch in den Deutschen Ethikrat bis 2016 einbrachte, war gewinnbringend für alle, die seinen Ausführungen folgen durften. Sein Arbeitseifer, seine ausgefeilten Predigten seine besonnene Art und Weise, die Theologie in den gesellschaftlichen Diskurs einzubringen, sind uns dabei bleibendes Vorbild.
Nicht zuletzt erinnern wir uns dankbar an die Begegnungen mit ihm im CB – sei es im Rahmen der Ausbildung im Pastoralkurs, sei es im ungezwungeneren Rahmen bei WG-Abenden oder anderen Gelegenheiten. Seine Verbundenheit mit unserem Haus drückte Schockenhoff auch durch die Teilnahme an zahlreichen Priesterweihen aus. Durchaus kritisch und in manchen Bereichen die kirchliche Lehre hinterfragend, war er doch fest verwurzelt im Glauben an den dreieinen Gott und in seiner priesterlichen Berufung.
Geboren 1953 in Stuttgart studierte Eberhard Schockenhoff Theologie, zunächst in Tübingen, dann in Rom, wo er 1978 zum Priester geweiht wurde. Er promovierte bei Alfons Auer und war Assistent des späteren Kurienkardinals Walter Kasper in Tübingen. Anfang der 1990er wurde Schockenhoff als Professor für Moraltheologie nach Regensburg berufen, 1994 wechselte er nach Freiburg.
Seit 2001 war Schockenhoff Mitglied des Nationalen Ethikrats, von 2008 bis 2016 des Deutschen Ethikrats, dessen Vizevorsitzender er vier Jahre war. 2016 übernahm er die Präsidentschaft des Katholischen Akademischen Ausländerdienstes (KAAD) und war in vielen weiteren kirchlichen Gruppen und Zusammenhängen engagiert.
Besonders bei Lebenswissenschaften und Bioethik war Schockenhoff ein gefragter Experte. Schockenhoff veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Studien, bei denen er auf aktuelle gesellschaftliche und politische Themen einging. Beispielsweise beschäftigte er sich mit medizinethischen Fragen und skizzierte Grundzüge einer Friedensethik im Zeitalter der neuen Aufrüstung.
Für sein großes Werk und den Dienst, den er Theologie, Kirche und Gesellschaft in unserem Bistum, aber auch weit darüber hinaus erwiesen hat, sind wir dankbar.
In der kurzen Zeit nach seinem Unfall haben wir in der Hausgemeinschaft für ihn gebetet. Wir werden auch jetzt seiner im Gebet gedenken! Möge er schauen, was er geglaubt hat!