„Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes.“

19.09.2020 |

In einem festlichen Gottesdienst hat Erzbischof Stephan Burger Francesco Durante, Tobias Herzog und Thomas Rudolf zu Priestern geweiht. Zur Weiheliturgie kamen rund 180 Freunde, Verwandte und Wegbegleiter der neu in das Presbyterium Aufgenommenen. Nach der Messe fand für knapp 90 Verwandte und Freunde ein Stehempfang im Garten unseres Seminares sowie ein festliches Abendessen in unseren Räumen statt. Die Weiheliturgie im Freiburger Münster umrahmte eine vierköpfige Schola aus den Reihen der Seminaristen mit Kantorin Agnieszka Jurczyk unter der Leitung von Kirchenmusikdozent Eduard Wagner.

Wo sonst das Münster aus allen Nähten zu platzen droht war in diesem Jahr lediglich eine kleine Gemeinde versammelt. Musste die Weihe im Mai dieses Jahrs aufgrund der Corona-Pandemie noch gänzlich verschoben werden, standen den drei Diakonen nun immerhin 180 Plätze im Münster Unserer Lieben Frau zur Verfügung. Daher war es auch nicht – wie sonst – möglich, dass große Teile der Heimat- und Praktikumsgemeinden der Diakone die Weiheliturgie vor Ort mitfeiern konnten. Dem inneren und wesentlichen Geschehen tat dies jedoch deutlich spürbar keinen Abbruch.
Nach der Begrüßung der Gemeinde wurde die Weihekandidaten von Regens Weihbischof Christian Würtz aufgerufen und dem Erzbischof vorgestellt. „Mit dem Beistand unseres Herrn und Gottes Jesus Christus, des Erlösers, erwählen wir diese unsere Brüder zu Priestern.“, erklärte der Erzbischof, worauf die Gemeinde ihre Zustimmung zur Erwählung der Diakone mit den Worten „Dank sei Gott, dem Herrn“ bekundete.
In seiner Predigt sagte Erzbischof Stephan Burger mit Blick auf die Erfahrungen mit Corona, dass „wir unser Leben nicht im Griff haben, sondern von Ereignissen und Faktoren mitbestimmt sind, die sich der eigenen Verfügbarkeit entziehen.“ Unsere Welt sei zerbrechlich, Corona sei wie eine Dornenkrone, die die ganze Welt umklammere und verwunde. Umso wichtiger sei es, „den Herrn zu suchen.“ Dabei müsse die Suche davon begleitet sein, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und sich korrigieren zu lassen. Der Erzbischof betonte: „Sie werden für viele Suchende Helfer sein können, weil sie in der Beziehung zu Christus selbst Suchende bleiben.“
Innerhalb der Kirche sei eine Einmütigkeit nicht immer mehr gegeben. „Sie treten den priesterlichen Dienst nicht, diese Probleme zu lösen […] Sie treten ihren Dienst an unter den Voraussetzungen und Maßgaben, wie sie das Evangelium nun mal formuliert“, so Burger. „Sucht den Herrn! Darum geht es bei Ihrem Tun“, appellierte der Bischof an die Weihekandidaten gerichtet. Denn „Christus wirkt das Heil, der Priester ist dabei sein Werkzeug“.
Am Ende der Predigt ging der Bischof auf die Primizssprüche der drei Kandidaten ein:  
Auf dich, Gott, habe ich meine Hoffnung gesetzt: „Sehr geehrter Herr Durante, ich wünsche ihnen von ganzem Herzen, dass sie ein Leben lang in dieser Hoffnung bewusst leben können, dass diese Hoffnung nie fehlen mögen, bei all dem, was sie zu bewältigen haben, was an Arbeit und Herausforderungen auf sie zukommt“
Christus, Du bist meine Hoffnung, mein Friede, mein Glück, all mein Leben: „Sehr geehrter Herr Herzog, dieser Hoffnung, von der vorher die Rede war, erfährt in ihrem Gebet noch eine weitere Konkretisierung, denn diese Hoffnung birgt den Frieden in sich, das Glück, ja das ganze Leben. Kurz gesagt: Alles in Christus. Bewahren sie sich diese Mitte christlicher und priesterlicher Existenz.“
Mein Herr und mein Gott: „All das Gesagte mündet in dieses Bekenntnis des Apostels Thomas, mündet in die Anbetung. Sehr geehrter Herr Rudolf, ihr priesterliches Leben will getragen sein von der inneren absoluten Hingabe an Christus, den auferstandenen Herrn. Eine Hingabe, die in der Feier der Eucharistie, der Anbetung, gepflegt werden will, immer wieder erneuert und vertieft werden will.
Im Anschluss an die Predigt stimmte die Schola den Heiliggeisthymnus („Komm, Heilger Geist, der Leben schafft“) an, woraufhin die Weihekandidaten ihre Bereitschaft bekundeten, als Mitarbeiter des Bischofs die Gemeinde umsichtig zu leiten, den Dienst am Wort Gottes getreu zu erfüllen, die Mysterien Christi (Sakramente) in gläubiger Ehrfurcht zu feiern, mit dem Bischof im Gebet für die Gemeinde vor Gott zu treten, den Notleidenden, Armen, Kranken und Heimatlosen beizustehen sowie die Bereitschaft, sich Tag für Tag enger an Christus zu binden.
Danach kniete sich jeder der drei Diakone einzeln vor dem Bischof nieder und versprach in die Hände des Bischofs ihm und seinen Nachfolgern Ehrfurcht und Gehorsam.
Während der Allerheiligenlitanei lagen Francesco Durante, Tobias Herzog und Thomas Rudolf dann ausgestreckt vor dem Altar – Ausdruck dafür, dass sich die angehenden Priester vorbehaltlos in den Dienst Gottes stellen möchten. Während der ganze Kirchenraum in schweigendem Gebet verharrte, legte ihnen Erzbischof Stephan und einige anwesend Priester die Hände auf. Anschließend sang der Bischof das Weihehochgebet, das die versammelte Gemeinde mit „Amen“ konfirmierte. In ihm bittet die Kirche den allmächtigen Gott u.a. darum, „in ihnen (=den Weihekandidaten) den Geist der Heiligkeit“ zu erneuern. „Das Amt, das sie aus deiner Hand, o Gott, empfangen, die Teilhabe am Priesterdienst, sei ihr Anteil für immer. So sei ihr Leben für alle Vorbild und Richtschnur.“, betet die Kirche. „Mit uns Bischöfen vereint, erflehen diese Priester, Herr, dein Erbarmen für die ihnen anvertrauten Gemeinden und für alle Menschen auf Erden. So werden die vielen Völker in Christus vereint; sie wachsen zusammen zu einem einzigen Volk und werden vollendet in deinem ewigen Reiche.“
Es folgten noch die ausdeutenden Riten: Das Anlegen der Messgewandes und die Salbung der Handflächen mit Chrisam, die verbunden ist mit der Bitte um Stärkung für den Dienst am Volk Gottes. Anschließend übergibt der Bischof Kelch und Patene: „Empfange die Gaben des Volkes für die Feier des Opfers. Bedenke, was du tust, ahme nach, was du vollziehst, und stelle dein Leben unter das Geheimnis des Kreuzes.“ Der Friedensgruß, den der Bischof dem Neugeweihten entbot – nicht wie üblich in Form einer Umarmung, sondern durch eine tiefe Verneigung und das laut hörbare: „der Friede sei mit Dir!“, leitete schließlich zur Eucharistiefeier über, bei der die neugeweihten Priester erstmals mit dem Bischof konzelebrierten. Am Ende der Liturgie stand der feierlich gesungene neupriesterliche Segen.
Vor dem Münster und bei einem anschließenden Stehempfang im CB Park gab es die Möglichkeit den Neupriestern zu gratulieren und mit ihnen zu feiern. Abgerundet wurde der Abend mit einem festlichen Abendessen im engeren Familien- und Freundeskreis.
Am Montag Mittag durften wir dann gemeinsam Hausprimiz feiern. Aufgrund der Corona-Beschränkungen war dies leider nur in kleinerem Rahmen möglich. Am Ende der Heiligen Messe, in der Francesco Durante predigte, spendeten die drei Neupriester noch einmal den feierlichen Primizsegen, ehe für die Mitfeiernden noch die Möglichkeit bestand, den Einzelprimizsegen zu empfangen.