Unterwegs im Dienst der Einheit - Semestereröffnung
21.10.2022 |
Am Montag begann auch für die Seminaristen wieder das Semester und die Vorlesungszeit an der Universität. Im Haus wurde der Semesterstart traditionell mit Eröffnungsexhorte, Heilig-Geist-Amt und Hausvollversammlung begangen. Auch für 10 Neuanfänger im Propädeutikum bildete der Abend in gewisser Weise den Auftakt für das Gemeinschaftsleben im Haus.
In seiner Exhorte ging Regens Weihbischof Christian Würtz besonders auf den Dienst (an) der Einheit ein, die jedem Priester in der Leitung der Gemeinde aufgetragen sei. In der letzten Zeit sei ihm die Bedeutung dieser Aufgabe des priesterlichen und bischöflichen Dienstes vor allem vor dem Hintergrund des Synodalen Weges und der damit einhergehenden, an ihn als Weihbischof gerichteten Reaktionen, aus unterschiedlichen kirchenpolitischen Richtungen deutlicher vor Augen getreten.
Die Einheit sei deshalb so entscheidend, weil sie dem direkten Auftrag Jesu an seine Jünger entspreche (vgl. Joh 17, 1.20-23). Die Bitte Jesu um Einheit gelte auf der einen Seite der gerade im Entstehen begriffenen Kirche insgesamt. „Sie gilt aber auch jeder Gemeinschaft innerhalb dieser Kirche und damit auch uns hier als Ortskirche von Freiburg oder nochmals weiter runtergebrochen jeder Pfarrei, jeder Gemeinschaft innerhalb der Kirche und damit auch uns hier als Hausgemeinschaft des Collegium Borromaeum. Die Einheit ist wichtig, weil sie dem Wesen Gottes entspricht und fehlende Einheit das Zeugnis des Glaubens verdunkelt“, so der Regens. „Der Dienst an der Einheit ist ein Ausfluss des Hirtendienstes des Priesters (vgl. PO II 6) “, erklärte Würtz.
Der Regens berief sich auf Sabine Pemsel-Maier, wenn er betonte, dass Einheit zu den fundamentalen Wesenseigenschaften der Kirche, wie sie von Christus gewollt und geschenkt und im Credo bezeugt sind, zähle. Mit Einheit sei jedoch nicht Uniformität und Exklusivität gemeint. Vielmehr gehe es um eine Einheit in der Vielfalt, die auch trinitätstheologisch zu begründen sei: „Wie Vater, Sohn und Heiliger Geist jeweils von einander verschieden sind und doch eine Einheit bilden, so können auch die einzelnen Glieder verschieden sein, wenn auch sie eine Einheit bilden. Eine Vielheit an unterschiedlichen kirchlichen Gemeinschaften und deren Verschiedenheit steht also nicht per se der Einheit der Kirche entgegen“, sagte Weihbischof Würtz.
Für den konkreten Dienst der Einheit empfahl Regens Würtz, sich stets vor Augen zu stellen, „dass bei aller Verschiedenheit und Gegensätzlichkeit alle Getaufte in Gott eins sind“. Zudem sei es hilfreich, die eigene Meinung ein Stück weit zurückzunehmen, um für andere tolerant und offen zu sein. „Die Menschen sind nicht für Sie und Ihre Selbstverwirklichung da, sondern Sie sind zu den Menschen geschickt“, lautete der klare Apell des Regens an die Seminaristen und Propädeutiker.
Der Dienst der Einheit sei schwierig. „Aber wenn Sie den Menschen zugewandt sind, wenn Sie auch die Einheit mit unserem Herrn, mit Ihrem Bischof im Blick behalten und wenn Sie auch immer wieder für die Einheit beten, werden Sie, das ist meine Erfahrung, die Einheit doch weitestgehend erhalten können“, zeigte sich Regens Würtz überzeugt.
In der Messfeier, die sich an die Exhorte anschloss, wurde dann das Sakrament der Einheit gefeiert und der Heilige Geist um Hilfe zur Wahrung und Förderung der Einheit im Haus, in den Heimatpfarreien und der Ortskirche gebeten.
Bei der Hausvollversammlung, die im Anschluss an die Messe im großen Speisesaal stattfand, stellten sich dann die neuen Propädeutiker mit einem einfallsreichen Spiel der Hausgemeinschaft vor, zu der sie seit zwei Wochen gehören.





