Lektoratsbeauftragung und Ausflug auf die Insel Reichenau

26.04.2024 |

In der ersten Vesper zum vierten Sonntag der Osterzeit beauftragte Regens Dr. Würtz Vincenz Schnarz zum Dienst des Lektoren. In seiner Predigt machte er auf die Bedeutung des Beginns der Regel des Hl. Benedikt und das Beispiel des biblischen Propheten Samuels aufmerksam:
„Samuel konnte nur deshalb zum Lehrmeister Israels und zu einem großen Propheten und Verkünder der Botschaft Gottes werden, weil er zuvor auf ihn gehört, weil er sein Wort in sich aufgenommen hat und es so in ihm wirksam wurde.

Der Hl. Benedikt beginnt seine Regel ebenso mit einem besonderen Augenmerk auf das Hören. Der Mönch soll die Ohren seines Herzens öffnen, um auf die Weisungen des Meisters zu hören.
Regens Würtz ermutigte dazu, dass besonders die Verkünder der Heiligen Schrift nicht bei einem bloßen Vorlesen stehen bleiben dürfen; vielmehr gehe es darum, nicht zuerst mit dem Verstand die Worte der Schrift zu verstehen, sondern die Ohren des Herzens zu öffnen, um aus dem Wort Gottes zu leben und sich von ihm formen zu lassen.
Das Buch der Heiligen Schrift wird dem künftigen Lektor mit den Worten überreicht: „Empfange das Buch der Heiligen Schrift. Trage das Wort Gottes getreu und vernehmlich vor, damit es in den Herzen der Menschen seine ganze Kraft entfaltet.“
 
Am Tag darauf machte sich die gesamte Hausgemeinschaft bereits in aller Frühe auf den Weg, um den Tag am Bodensee zu verbringen und die frisch eröffnete Große Landesausstellung des Archäologisches Landesmuseum Baden-Württemberg in Konstanz zu besuchen, welche noch bis zum 20. Oktober dieses Jahres dauert und unter dem Titel steht: „Welterbe des Mittelalters, 1300 Jahre Klosterinsel Reichenau“.
 
Nachdem die witterungsbedingten Widrigkeiten auf den Straßen von Schnee und
 
Eis erfolgreich, und ohne ins Schleudern zu geraten, überstanden waren, feierten wir zunächst gemeinsam mit der Gemeinde St. Martin in Wollmatingen die Heilige Messe zum sogenannten „Guter Hirte Sonntag“.
 
In seiner Predigt verglich Regens Weihbischof Würtz das Bild des Evangeliums vom „Guten Hirten“ mit dem Bischofsamt und erläuterte mit vollem Körpereinsatz und auf anschauliche Weise, wie dies Ausdruck finde im bischöflichen Insigne des Bischofstabes.
Nach einer mittäglichen Stärkung besuchten wir unter fachkundiger Führung die Ausstellung, bevor jeder noch einmal im eigenen Tempo die zahlreichen Exponate betrachten konnte. Die Ausstellung vermag es auf ansprechende Weise, die Geschichte des Klosters Reichenau zu erzählen, welches eines der innovativsten kulturellen und politischen Zentren des Reiches war und mit seiner Malschule lange vor der Erfindung des Buchdrucks als einer der größten europäischen Wissensspeicher und Impulsgeber galt. So wurde die „Klosterinsel Reichenau“ bereits im Jahr 2000 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Die Ausstellung ließ durch einige herausragende Kunstwerke die Geschichte der Abtei lebendig werden. Ein besonderes Highlight waren die prachtvollen Handschriften aus dem Reichenauer Skriptorium, die erstmals in diesem Umfang für eine Ausstellung am Bodensee zusammengeführt wurden. Die reiche monastische Kulturlandschaft an Bodensee und Hochrhein wurde in der Ausstellung ebenso in den Blick genommen wie die Lebensbedingungen der Mönche. Daher: Ein Besuch lohnt sich!
 
 
Im Anschluss besuchten wir selbstverständlich die Insel Reichenau selbst und hier zunächst die neugestaltete Schatzkammer des Münsters St. Maria und Markus, bevor wir nach einer kurzen Kaffeepause den Ausflug zur Reichenau mit der Vesper am Fest des Heiligen Georg in St. Georg beendeten und den Weg in die Heimat antraten.
 
 
Wahrlich ein gelungener Tag!