Herz und Mund und Tat und Leben muss von Christo Zeugnis geben

16.12.2024 |

Herz und Mund und Tat und Leben muss von Christo Zeugnis geben
 
„Volk von Sion, siehe, der Herr wird kommen“ – ertönte es durch die vollbesetzte Kirche des Freiburger Priesterseminares. Mit diesem adventlichen Introitus aus der Feder des ehemaligen Seminaristen und kürzlich seliggesprochenen Max Josef Metzgers wurde die traditionelle Adventsfeier des Collegium Borromaeums eröffnet. In der christlichen Hoffnung, dass der Herr wirklich kommen wird, stellte sich an diesem Abend die Frage: Wie soll ich den Herrn nun empfangen?
Bevor die Stimmen des Chores erklangen, begrüßte Regens Weihbischof Dr. Dr. Christian Würtz die vielen anwesenden Personen. Ein besonderer Gruß erging dabei an den Herrn Erzbischof Stephan Burger.

 
„Wie soll ich dich empfangen“ – diese Frage aus J. S. Bachs Weihnachtsoratorium durchzog die gesamte Feier. Der dazugehörige Choral wurde vom Chor a cappella gesungen. Dabei war eine erwartungsvolle Vorfreude und andächtige Stille im Kirchenraum spürbar. Der ein oder andere Besucher fragte sich wohl selbst: Wie ich ihn empfangen soll? Eine erste Antwort durften sich die Anwesenden selbst geben, als sie das Lied „O Herr, wenn du kommst“ sangen. Darin heißt es: Wir erheben froh unser Haupt, wir bleiben wach, wir sind bereit… Jemanden zu Empfangen braucht also Vorbereitung.
 
Um Musik und Inhalt gut verstehen zu können, braucht es Hinführungen. Prof. Dr. Meinrad Walter führte musik-theologisch durch den Abend. Mit seiner großer Bach-Expertise und seinem theologischen Wissen erschloss er die Werke Bachs für unsere heutige Zeit und für den persönlichen Glauben.
 
Das Herzstück des gesamten Abends war Bachs Kantate „Herz und Mund und Tat und Leben“ (BWV 147). Im Mittelpunkt des musikalischen Wirkens stand der Adventschor des Priesterseminars, welcher in diesem Jahr aus Seminaristen, Gaststudenten des Hauses und vielen Studierenden der Freiburger Universität und Hochschulen bestand. Unter der Leitung von Kirchenmusikdozent Eduard Wagner erklang wohl eine der bekanntesten und schwersten Kantaten Bachs in der Seminarkirche. Eine Besonderheit und Ehre war, dass ein Ensemble des renommierten Freiburger Barockorchesters die Feier instrumental gestaltete. Als Solisten bereicherten Nathalia Ortega Marti (Sopran), Tobias Knaus (Altus) und Francesc Ortega Marti (Bariton). Das musikalische Zusammenspiel der vielen Akteure ermöglichte ein besonderes und unvergessliches Klangerlebnis.
 
Allein der Titel „Herz und Mund und Tat und Leben“ macht deutlich - wer Christus gut empfangen will, muss sich mit seinem ganzen Leben bereiten und auf ihn, der wiederkommt und zugleich uns heute schon seine liebende Gegenwart schenkt, ausrichten. In dieser Gewissheit der Gottesnähe konnte es am Ende der Feier durch die ganze Kirche erklingen: „Jesus bleibet meine Freude, meines Herzens Trost und Saft, […] darum lass ich Jesum nicht, aus dem Herzen und Gesicht.“
 
Ausklingen konnte dieser besondere Abend bei einem anschließenden Empfang mit Punsch und Gebäck in den Räumlichkeiten des Priesterseminars.
 
Allen Mitwirkenden und vor allem unserem Kirchenmusikdozenten, Herrn Wagner, gilt ein herzlicher Dank!