Patrozinium 2025
10.11.2025 |
Am Wochenende des 8. und 9. November 2025 feierte das Collegium Borromaeum das Patrozinium seines Hauspatrons – des Hl. Karl Borromaeus. Die Feierlichkeiten zum Fest des heiligen Karl Borromäus begannen am Samstagabend mit der Vesper, die die Schola der Hausgemeinschaft musikalisch umrahmte. Als Gast für den Festvortrag und die Predigt am Sonntag, durften wir den Abt der Benediktinerarbei Münsterschwarzach, Michael Reepen OSB, begrüßen, der ursprünglich selbst aus Freiburg stammt.
Zu Beginn seines Vortrags erinnerte er an eigene Erfahrungen der Exhorten im Freiburger Priesterseminar, die er als junger Seminarist selbst erleben durfte. In seinem Vortrag stellte Abt Michael die Themen Demut und Gehorsam als Kraftquellen in stürmischen Zeiten in den Mittelpunkt. Diese Haltungen seien heute weitgehend aus dem allgemeinen Sprachgebrauch verschwunden, hätten aber in der benediktinischen Tradition und im Leben des heiligen Karl Borromäus eine tief verwurzelte Bedeutung. Ausgehend von der Humilitas (lat. für Demut) des heiligen Karl Borromäus und der Regel des heiligen Benedikt zeichnete Abt Michael anschaulich nach, wie Demut und Gehorsam einander ergänzen und als Flügelpaar zu innerem Frieden und Offenheit für Gottes Wirken führen. Mit lebensnahen Beispielen zeigte er, wie diese Tugenden besonders in einer Gemeinschaft tragfähig werden können. Nach dem Vortrag bot sich Gelegenheit zum Austausch, bevor der Abend im gemeinsamen Gebet der Komplet seinen Abschluss fand.
Am Sonntagmorgen feierte die Festgemeinde ein Pontifikalamt in der Seminarkirche, dem Weihbischof und Regens Christian Würtz vorstand. Eine besondere Freude für die Hausgemeinschaft war die Mitfeier von angereisten Mitbrüdern aus den Priesterseminaren in Straßburg und Mainz sowie von Familien der Propädeutiker. In seiner Festpredigt griff Abt Michael das Tagesevangelium von der Tempelreinigung (Joh 2,13–22) auf und verband es mit dem Weihetag des Laterans und dem Wirken des heiligen Karl Borromäus. Wie dieser einst in der Kirche „aufgeräumt“ habe, so sei auch jeder Mensch eingeladen, den eigenen inneren Tempel reinzuhalten und sich bewusst in die Gegenwart Gottes zu stellen. Gott, so appellierte er, sei oft dort zu finden, wo man ihn am wenigsten erwarte und wer dieses Bewusstsein pflege, könne vieles zum Guten wandeln.
Musikalisch gestaltet wurde das Pontifikalamt durch den „Theo-Chor“ und ein Streicherensemble unter der Leitung von Kirchenmusikdozent Eduard Wagner. Die Missa in F von Domenico Zipoli verlieh der Feier mit ihrer klaren, strahlenden Klangsprache eine festliche Würde und rundete sie vollends ab. Ergänzend erklangen instrumentale Auszüge aus Antonio Vivaldis Concerto in d.
Nach einem festlichen Mittagessen berichteten Teilnehmende der jüngsten Bibel-Schule von ihren Erfahrungen beim Lesen der Heiligen Schrift. Mit eindrucksvollem Bildmaterial erzählten sie von ihren Stationen – von den Heimatdiözesen der damaligen Propädeutiker bis hin zur Ewigen Stadt Rom.







































