MediNight: Feier der Göttlichen Liturgie mit Pater Michael Schneider SJ

21.11.2019 |

Ein ganz besonderes Erlebnis bot die jüngste MediNight im CB. Denn Pater Michael Schneider SJ aus Eichstätt feierte mit der Seminargemeinschaft und mit den interessierten Studierenden die Göttliche Liturgie des Johannes Chrysostomos, wie die Feier der Messe im byzantinischen Ritus heißt.

Pater Schneider, der sich 1991 in Freiburg habilitierte und seit seiner Kinderzeit einen Bezug zur byzantinischen Liturgie hat, ging in seiner Predigt auf das Festgeschehen des vergangenen Donnerstags, den Eintritt Mariens in den Tempel ein, das auf eine Apokryphenerzählung zurückgeht und in der Orthodoxie den Beginn der Vorbereitungszeit auf das Weihnachtsfest darstellt. „Wie vierzig Tage nach Weihnachten die Kirche daran erinnert, dass Maria ihr Kind in den Tempel brachte und den Händen Simeons, den Händen der Gläubigen, übergab, und wie sie damit diese Festzeit von Weihnachten zum Abschluss bringt, so begeht sie in einem ähnlichen Abstand vor die­sem Fest das große Mysterium der Erlösung durch eine Marienfeier am 21. November als »Eintritt der Gottesgebärerin in den Tempel«. In diesem Sinn beginnen wir uns mit diesem Fest auf Weih­nachten und das Kommen des Erlösers vorzubereiten, um uns gleich Maria für ihn zu öffnen, auf dass er in uns geboren werden kann”, so der Jesuit. Schneider ging außerdem weiter auf die theologische Bedeutung des Festgeschehens ein: „Als Salomo den ersten Tempel errichtet hatte, ließ er in ihm kein Gottesbild aufstellen; die Herrlichkeit Jahwes sollte durch kein Gebilde aus Menschenhand verdunkelt werden. Nun nimmt Maria im Tempel Platz, ein Mensch, in dem das Ebenbild Gottes unversehrt bewahrt ist. Dort wächst sie her­an und bereitet sich auf ihre Lebensaufgabe vor, dem Herrn zu dienen und den Menschen. Auf der obersten Stufe sitzt sie; zur letzten Höhe seiner Gnade will Gott sie führen und verlangt doch zu­gleich ein Höchstmaß an Demut von ihr”, zitierte er L. Heiser.
Ähnliche Elemente, wie die, die Schneider in seiner Predigt zum Eintritt Mariens in den Tempel hervorhob bestimmten dann auch die Feier der Göttlichen Liturgie: die Bereitung auf das Kommen des Erlösers, unser Eintritt in den Tempel in der Freude über das Kommen und die Nähe des Erlösers, das Hören auf sein Wort und der Empfang des göttlichen Brotes, aus dem wir täglich leben.
Die Liturgie mit der Chrysostomus-Anaphora (Hochgebet) weist im Wesentlichen drei große ‚Teile‘ auf: 1. Die Proskomidie (Gabenbereitung), die zur inneren und äußeren Vorbereitung des Zelebranten und zur Bereitung der Opfergaben noch vor dem Versammeln der Gottesdienstgemeinde stattfindet; 2. Die Liturgie der Katechumenen, in die auch die Schriftlesungen eingebettet ist; 3. Die Liturgie der Gläubigen, die aus der Darbringung der Gaben, der Anaphora , Kommunion und Schluss besteht.
Wesentliches Element in der byzantinischen Liturgie ist der mehrstimmige Gesang, für den ein Projektchor aus Seminaristen und geübten Sängerinnen gekonnt sorgte.